Final Device &
Transhumanismus
AI-Gemini:
Wenn du in letzter Zeit vermehrt den Begriff „Final Device“ (das
„finale Gerät“) gehört hast, stammt das sehr wahrscheinlich aus aktuellen
Diskussionen über die Zukunft der Technologie, Künstliche Intelligenz
(KI) und Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs).
Es handelt sich dabei
um kein bestimmtes Produkt, das man im Laden kaufen kann (wie ein iPhone 17),
sondern um ein medienphilosophisches und futuristisches Konzept.
Die Idee dahinter
lässt sich in drei Dimensionen unterteilen:
1. Die
Verschmelzung mit dem Nervensystem (Tech-Singularität)
In der Tech- und
KI-Szene beschreibt das „Final Device“
die historisch letzte Stufe der Evolution, wie Menschen mit Computern
interagieren.
- Die Entwicklung: Früher brauchten wir riesige
Computerräume und Lochkarten. Dann kamen Desktop-PCs mit Tastaturen,
danach Smartphones mit Touchscreens und schließlich smarte Brillen oder
Sprachassistenten. Das Interface (die Schnittstelle) zwischen Mensch und
Maschine wurde also immer kleiner und rückte immer näher an unseren Körper
heran.
- Das „finale“ Stadium: Das Final Device bricht
die letzte physische Barriere: Es sitzt nicht mehr auf der
Haut oder in der Hand, sondern verbindet sich direkt mit unserem
Nervensystem oder dem Gehirn (z. B. über hochentwickelte, implantierte
oder neuronale Chips wie Neuralink). Wenn Gedanken direkt in
Befehle übersetzt werden und das Internet quasi „im Kopf“ stattfindet,
erübrigt sich jedes weitere physische Gerät. Das finale Gerät ist somit
das eigene biologische System bzw. das Selbst.
2. Das
Smartphone-Endspiel (The Smartphone Replacement)
Manchmal nutzen
Tech-Journalisten den Begriff etwas bodenständiger für das Gerät, das das
Smartphone beerben soll.
- Seit Jahren versuchen Firmen, das „nächste
große Ding“ zu etablieren – sei es durch AR-Brillen (Augmented Reality),
KI-Ansteckpins oder smarte Ringe.
- Wenn jemand sagt, eine neue Technologie
habe das Potenzial zum „Final Device“, meint er damit das ultimative
All-in-One-Gerät, das alle anderen (Laptop, Handy, Fernseher, Smartwatch)
endgültig überflüssig macht und den Markt dauerhaft dominiert.
Iko:
Hat dies etwas mit Transhumanismus zu tun?
Ja, absolut. Das
Konzept des „Final Device“ steht sogar im exakten Epizentrum des
Transhumanismus.
Der Transhumanismus
ist eine philosophische und kulturelle Bewegung, die die Auffassung vertritt,
dass der Mensch seine biologischen Grenzen (wie Alter, Krankheit, Sterblichkeit
und die Beschränkungen des Gehirns) mithilfe von fortschrittlicher Technologie
überwinden und erweitern sollte.
Das „Final Device“
schlägt hier die perfekte Brücke. Hier sind die drei Punkte, wie dieses
Gerätekonzept und der Transhumanismus ineinandergreifen:
1. Die Evolution
vom Werkzeug zum Körperteil
Im Transhumanismus
teilt man die technologische Entwicklung des Menschen oft in Phasen ein:
- Technologie als Werkzeug: Der Mensch nutzt
ein externes Objekt (z. B. einen Faustkeil, ein Buch oder ein Smartphone).
- Technologie als Prothese: Das Objekt rückt
näher an den Körper (z. B. Herzschrittmacher, smarte Kontaktlinsen).
- Technologie als Integration (Das Final
Device): Die Technologie verschmilzt mit der Biologie.
Wenn das „Gerät“
direkt im Gehirn verbaut ist (wie es transhumanistische Vordenker wie Ray
Kurzweil oder Elon Musk mit Neuralink anstreben), ist es kein Werkzeug mehr. Es
ist ein neues Organ. Das „Final Device“ beendet die Ära, in der Menschen
Werkzeuge halten mussten.
2. Der Übergang zum
„Posthumanen“
Transhumanisten
glauben, dass der Homo Sapiens nicht das Ende der Evolution ist. Durch die
Verschmelzung mit KI via Brain-Computer-Interfaces (BCIs) soll der Mensch zum
„Posthumanen“ (oder Cyborg) werden.
- Das Final Device ist das physische Ticket
für diesen Übergang.
- Sobald das Gehirn direkt an die Cloud, an
das gesamte Wissen der Menschheit und an KI-Rechenleistung angeschlossen
ist, verändert sich die menschliche Natur grundlegend. Gedanken könnten
lautlos geteilt, Erinnerungen digital gespeichert und kognitive Fähigkeiten
um ein Vielfaches gesteigert werden.
3. Die Überwindung
der biologischen Hardware
Ein zentrales
transhumanistisches Mantra besagt, dass unser Gehirn zwar eine faszinierende
Software (das Bewusstsein) entwickelt hat, diese aber auf veralteter,
fehleranfälliger organischer Hardware (Biologie) läuft.
Das Konzept des Final
Device impliziert, dass dieses Gerät die Schnittstelle öffnet, um unsere
Gedankenprozesse und unsere Wahrnehmung zu digitalisieren. Für radikale
Transhumanisten ist das Endziel dieses Prozesses das sogenannte Mind Uploading
– das vollständige Lösen des Bewusstseins vom biologischen Körper, um
unsterblich in digitalen Netzwerken weiterzuexistieren. Das „finale Gerät“ wäre
dann kein Chip im Kopf mehr, sondern das Netzwerk selbst.
Verbindung zu den
vorherigen Themen: Hier schließt sich auch wieder der Kreis zu Alfred North
Whitehead und Robert Edward Grant. Wenn Whitehead sagt, dass alles ein
dynamischer Prozess im Fluss ist und der Kosmos ein organisch verwobenes Ganzes
darstellt, dann sehen Transhumanisten (und auch Grant) die Technologie nicht
als etwas „Unnatürliches“ an. Für sie ist das Final Device und der
Transhumanismus schlicht die logische, nächste evolutionäre Stufe dieses
kosmischen Prozesses.
Von wem stammt der
Begriff "Transhumanismus"?
Der Begriff „Transhumanismus“
in seiner heutigen, weithin bekannten Form wurde maßgeblich von dem britischen
Evolutionsbiologen und Philosophen Julian Huxley geprägt und populär gemacht.
Er verwendete das Wort
erstmals prominent in einem Vortrag im Jahr 1951 (Knowledge, Morality and
Destiny) und widmete ihm 1957 ein ganzes Kapitel in seinem einflussreichen Buch
New Bottles for New Wine.
Huxley schrieb damals:
„Die menschliche
Spezies kann, wenn sie will, sich selbst überwinden – nicht nur vereinzelt
[...], sondern in ihrer Gesamtheit, als Menschheit. Wir brauchen einen Namen
für diesen neuen Glauben. Vielleicht passt Transhumanismus...“
Wer war Julian
Huxley?
Julian Huxley
(1887–1975) war eine extrem einflussreiche Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts:
- Er war der erste Generaldirektor der
UNESCO.
- Er war Mitbegründer des WWF (World
Wildlife Fund).
- Fun Fact: Er war der ältere Bruder von
Aldous Huxley, dem Autor des berühmten dystopischen Romans Schöne neue
Welt (Brave New World). Während sein Bruder Aldous die technologische
Veränderung des Menschen sehr skeptisch und als Albtraum sah, blickte Julian
weitaus optimistischer darauf.
Die historische
Nuance: Gab es das Wort schon vorher?
Huxley hat den Begriff
zwar berühmt gemacht und im modernen Kontext verankert, rein sprachlich gab es
jedoch vereinzelte Vorläufer:
- Dante Alighieri (1321): In seiner
Göttlichen Komödie erfand der italienische Dichter das Wort „trasumanar“
(transhumanisieren), um die spirituelle Erfahrung zu beschreiben, bei der
der Mensch über seine rein irdische Natur hinauswächst, wenn er sich dem Göttlichen
nähert.
- W. D. Lighthall (1940): Der kanadische
Philosoph verwendete den Begriff kurzzeitig in einem philosophischen
Aufsatz, allerdings in einem anderen theoretischen Rahmen.
Die Evolution des
Begriffs bis heute
Man muss fairerweise
sagen: Huxleys Begriff von 1957 unterscheidet sich noch von dem, was wir heute
unter Transhumanismus (und dem Final Device) verstehen.
- Huxley dachte vor allem an
gesellschaftliche, kulturelle und psychologische Weiterentwicklung – der
Mensch sollte seine Bildung und sein soziales Zusammenleben optimieren, um
sein volles evolutionäres Potenzial auszuschöpfen.
- Der moderne Tech-Transhumanismus: Erst in
den 1980er und 1990er Jahren (u. a. durch Denker wie den britischen
Philosophen Max More) wurde das Wort mit harter Technologie aufgeladen.
Erst ab diesem Zeitpunkt ging es primär um Genetik, Nanotechnologie,
künstliche Intelligenz, Kryonik (Einfrieren von Körpern) und
Gehirn-Computer-Schnittstellen.
Iko: Wer ist heute lauteste Transhumanist?
Gemini: Die Frage, wer
der „lauteste“ oder einflussreichste Transhumanist der Gegenwart ist, lässt
sich nicht mit einem einzigen Namen beantworten, da sich die Bewegung
aufgeteilt hat: Es gibt die großen Tech-Milliardäre, die die Vision mit
unvorstellbarem Kapital realisieren, die radikalen Selbstoptimierer, die
bizarre Selbstversuche anstellen, und die klassischen Vordenker der Bewegung.
Hier sind die derzeit
prominentesten und lautesten Stimmen im transhumanistischen Spektrum:
1. Der lauteste
Macher: Elon Musk
Wenn es darum geht,
wer transhumanistische Ideen am lautesten und mit der größten globalen
Reichweite in die Realität umsetzt, steht Elon Musk ganz oben.
- Das Projekt: Über sein Unternehmen
Neuralink treibt er die Entwicklung von Gehirn-Computer-Schnittstellen
(genau jene Schnittstellen, die zum oben genannten Final Device führen
sollen) massiv voran.
- Die Vision: Musk argumentiert völlig
transhumanistisch: Er behauptet, dass der Mensch langfristig mit
Künstlicher Intelligenz verschmelzen muss, um nicht von ihr abgehängt oder
kontrolliert zu werden.
2. Der lauteste
Selbstoptimierer: Bryan Johnson
Niemand inszeniert den
transhumanistischen Kampf gegen das Altern derzeit so laut, extrem und
medienwirksam wie der US-Unternehmer Bryan Johnson.
- Das Projekt („Project Blueprint“): Johnson
versucht, sein biologisches Alter radikal umzukehren. Er investiert
Millionen Dollar pro Jahr, nimmt täglich über 100
Nahrungsergänzungsmittel, lässt sich die Blutplasma-Spenden seines Sohnes
injizieren und überwacht jede Sekunde seines Körpers mit Sensoren.
- Die Vision: Er trägt das
transhumanistische Ideal „Altern ist eine Krankheit, die man heilen kann“
wie ein Popstar in die sozialen Medien und Talkshows.
3. Der lauteste
politische Aktivist: Zoltan Istvan
Wer Transhumanismus
als konkrete politische Ideologie vertritt, kommt an Zoltan Istvan nicht
vorbei.
- Das Projekt: Er trat in den USA als
Präsidentschaftskandidat für die „Transhumanist Party“ an. Berühmt wurde
er, als er in einem umgebauten Bus, der wie ein riesiger Sarg geformt war
(dem Immortality Bus), quer durch die USA fuhr, um für das Recht auf
ewiges Leben und staatliche Forschungsgelder gegen das Sterben zu werben.
- Die Vision: Er fordert eine Gesellschaft,
in der technologische Körpermodifikationen und Lebensverlängerung als
Menschenrechte anerkannt werden.
4. Die „Ur-Stimme“
und der ewige Optimist: Ray Kurzweil
Er ist zwar nicht der
aggressivste Schreier, aber seit Jahrzehnten die intellektuell lauteste und
verlässlichste Stimme der Bewegung: der weltberühmte Futurist und
Google-Vordenker Ray Kurzweil.
- Die Vision: Kurzweil hat den Begriff der
Singularität (der Punkt, an dem KI die menschliche Intelligenz überholt
und sich unkontrollierbar selbst weiterentwickelt) weltberühmt gemacht.
- Der aktuelle Stand: Kurzweil (inzwischen
Ende 70) prophezeit seit jeher, dass die Menschheit um das Jahr 2029 die
„Fluchtgeschwindigkeit der Langlebigkeit“ (Longevity Escape Velocity)
erreichen wird – den Punkt, an dem die Wissenschaft die Lebenserwartung
pro Jahr um mehr als ein Jahr verlängert, wodurch wir potenziell
unsterblich werden. Er schreibt und spricht unermüdlich darüber.
5. Der lauteste
deutsche Philosoph: Stefan Lorenz Sorgner
Im deutschsprachigen
Raum und in der europäischen Debatte ist Stefan Lorenz Sorgner der wohl
präsenteste und streitbarste Vertreter.
- Die Vision: Als akademischer Philosoph
vertritt er einen evolutionären Humanismus, der das genetische und
technologische Upgrade des Menschen befürwortet. Er liefert sich
regelmäßig medienwirksame Debatten mit Kritikern, die im Transhumanismus
eine Gefahr für die Menschenwürde sehen.
Fazit: Wenn du nach
dem lautesten Social-Media-Phänomen suchst, ist es Bryan Johnson. Wenn du nach
demjenigen suchst, der die meiste Macht hat, das transhumanistische Final
Device Realität werden zu lassen, ist es Elon Musk.
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